Chronik

Der Kindergottesdienst in Emlichheim besteht seit 1963. Eingeführt wurde der Kindergottesdienst von Pastor Bauch, der vom September 1962 bis Ende April 1964 von der Landeskirche für Emlichheim zugewiesen wurde. Unterstützt wurde Pastor Bauch dabei durch den Lehrer Gerrit Jan Zager. In Ermangelung eines kirchlichen Raumes fand der Kindergottesdienst zu Beginn alle 2 Wochen in der nahegelegenen Schule statt. Im Oktober 1963 kam der damalige Hilfsprediger Heinrich Volkers nach Emlichheim. Er war ab dort für den Kindergottesdienst zuständig. Unter seiner Führung wurde der Kindergottesdienst in die Kirche verlegt. Er fand nun alle 14 Tage um 11.15 Uhr nach dem Vormittagsgottesdienst in der Kirche statt.

Ebenfalls wurde nun ein Kindergottesdienst-Helferkreis eingerichtet. Heiligabend 1963 fand ausschließlich für die Kinder ein eigener Gottesdienst statt. Ab Dezember 1963 wurde im Kindergottesdienst auch eine Kollekte eingesammelt. Über die Verwendung durfte der Helferkreis entscheiden. Jeweils die Sammlungen aus einem Monat wurden für einen besonderen Zweck bestimmt. Seit Anfang 1970 wird mit diesen Kollekten-geldern ein Patenkind unterstützt. Damit wurden - über den langen Zeitraum bis heute - etlichen Kindern aus der sogenannten „Dritten Welt“ Schul- und Berufsausbildung ermöglicht. Die Gaben der Kinder mußten jeweils am Sonntag nach dem Kindergottesdienst von den Helfern gezählt und registriert werden. Im Ort ansässige Helferinnen brachten diese dann in der folgenden Woche zur Bank.

Vom Dezember 1965 an fand der Kindergottesdienst wöchentlich statt. Heiligabend 1965 wurde der Gottesdienst als Familiengottesdienst gefeiert und durch das Läuten der Kirchenglocken angekündigt. Der Helferkreis bestand zu dieser Zeit aus 8 -10 Personen, so dass jeder Helfer alle 14 Tage Dienst hatte. Die Kinderzahl wuchs erheblich an. Zwischen 70 und 100 Kinder besuchten damals den Kindergottesdienst. Sie waren etwa 5 – 13 Jahre alt. Ein großes Problem war es zu der Zeit, die in vier Altersgruppen eingeteilten Kinder in der Kirche so unterzubringen, dass sie sich nicht gegenseitig störten.

Die Vorbereitung für die Helfer mußte in Ermangelung eines anderen Platzes im Pfarrhaus Volkers stattfinden. Es wurde sehr intensiv an den vorgeschlagenen Texten gearbeitet und ausgiebig diskutiert. Oft geriet dabei der Blick auf die Uhr in den Hintergrund, so dass es mitunter sehr spät wurde. Dies führte dazu, vor allem in den Wintermonaten, dass die jüngeren Helferinnen aus den Außenbezirken von den Älteren abgeholt und wieder zurückgebracht werden mußten. Ein großer Gewinn für den Kindergottesdienst war die Fertigstellung des Gemeindehauses im Jahre 1969. Nun endlich hatte der Kindergottesdienst seine so dringend benötigten Räume und konnte zeitgleich mit dem Vormittagsgottesdienst stattfinden. Dies kam im besonderen den Kindern aus den Außenbezirken zu Gute.

1969 wurde dann vom Kindergottesdienstkreis die Adventsfeier für ältere Gemeindeglieder eingeführt. Das brachte viel Arbeit für den Helferkreis: Am Vorabend der Feier mußte der Gemeindesaal umgeräumt werden. Statt der Stuhlreihen mußten Tische mit Stühle aufgestellt werden. Die Bedienung der älteren Gäste übernahmen ebenfalls die Helfer mit Unterstützung durch die Küsterin. Nach Beendigung der Feier mußten die Gemeinderäume unter der Regie von Frau Hans gereinigt und die Stuhlreihen wieder aufgestellt werden. Dazu richtete der Helferkreis für die Gemeindeglieder, die keine eigene Anfahrtsmöglichkeit hatten, einen Fahrdienst ein. Aus Erfahrung weiß man, dass dies zum Teil ein abenteuerliches Unternehmen war, denn wer von den Helfern wußte schon in Alexisdorf, Neuringe oder Scholtmannseck Bescheid und das dazu noch bei Nebel und Dunkelheit. Ein schöner Lohn war dann oft eine Kollekte für die Kindergottesdienstarbeit von den älteren Gemeindegliedern.

Für die Kinder wurden Ende der 60er Jahre Sommerfeste bei der Kirche oder auch in der Denne organisiert. Hier gab es immer großen Andrang. Ein besonderes Highlight war immer das Negerkuss-Wettessen mit verbundenen Augen.

1972 gab es den ersten halbtägigen Kindergottesdienstausflug. Diese Ausflüge führten zu den großen Kinderspielplätzen im näheren Umkreis (Surwold, Hilter-Berg, Hellendoorn NL). Da der Bus teilweise überfüllt war, fuhren mitunter Helfer mit ihrem PKW einen Teil der Kinder zu den Zielen.

1973 wurde eine erste Freizeit für Kigo-Helfer von der Gemeinde angeboten. Diese fand  in der Baccumer-Mühle statt. Auch an übergemeindlichen Fortbildungsmaßnahmen nahmen immer wieder Kigo-Helfer teil. So fuhren 1975 einige Helfer zum Kigo-Helfer-Bundestreffen nach Augsburg. Beim Helferkreis vollzog sich in kurzen Zeiträumen ständig ein großer Wechsel. Da erst nach der Konfirmation ein Einstieg in diese Arbeit möglich war, stand für viele sehr bald ein schulisch oder beruflich bedingter Wohnortwechsel an. Andere wurden durch ihre Heirat in andere Gemeinden  verschlagen. Einige wenige haben aber über Jahrzehnte den Dienst des Kigo-Helfers in unserer Gemeinde durchgestanden. Insgesamt werden in den vergangenen 50 Jahren schätzungsweise über 100 Kigo-Helfer (wahrscheinlich eher 200) diesen Dienst geleistet haben. Viele von ihnen finden wir später in anderen Gruppen und Gremien der Gemeinde wieder. Auch Kinder der ersten Helfer wurden wieder zu Helfern. Eine schöne Tradition. Als Gemeinde können wir sehr dankbar sein, dass sich immerwieder junge Menschen für diesen Dienst gewinnen lassen und somit die wichtige Arbeit des Kindergottesdienstes eine solange Geschichte hat. 

Leider ist die Zahl der Kindergottesdienstbesucher mit den Jahren erheblich zurückgegangen. Dies liegt zum einen daran, dass durch die Herabsetzung des Konfirmandenalters ein Jahrgang verlorenging. Zum anderen gibt es für den Sonntagvormittag viele Konkurrenzangebote und Verpflichtungen für unsere Kinder. Auch wenn die Zahl der Kigo-Besucher kleiner geworden ist, so setzt er auch heute noch Akzente in der Gemeinde, z.B. an den Taufsonntagen und mit einer übervollen Kirche am Heiligabend. Der Kindergottesdienst ist ein wichtiger Bestandteil der Gemeinde, in dem auch ein stückweit das gemeindliche Taufversprechen eingelöst wird.

In zeitlicher Nähe zur Entstehung des Kindergottesdienstes in Emlichheim wurde auch Kindergottesdienst in Neuringe eingeführt. Jenni Kuite war die erste ehrenamtliche Mitarbeiterin, die 1964 vom damaligen Pastor Heinrich Volkers für die Durchführung des regelmäßigen Kindergottesdienstes gewonnen wurde. Jenni Kuite erinnert sich, dass man vorher in Neuringe eine Zeit lang von Schöninghsdorf aus kirchlich betreut worden ist und dabei schon der Kindergottesdienst zum Thema wurde. Unser Gemeindeteil Neuringe blickt also auf eine ähnlich lange Geschichte wie in Emlichheim zurück in dem Bemühen, den Kleinen unter uns das Evangelium zu verkünden auf eine kindgerechte Weise.

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