Andacht März - Mai 2019

Jesus Christus spricht: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matthäus 28,20)

Ich war noch ein kleiner Junge, vielleicht fünf Jahre alt. Mutter schickte mich in den Keller, ein Glas Marmelade heraufzuholen. Ich wusste, der Keller war dunkel – nur im hinteren Teil brannte eine 15-Watt-Birne, die wenig Licht gab. Es war schon schaurig da unten und mir war ein bisschen bange zumute. Doch das Marmeladenglas musste geholt werden. So ging ich in den Keller hinunter, flötete möglichst laut vor mich hin; und ich hatte dann das Gefühl, nicht allein zu sein da unten im schummerigen Dunkel. Dieses Gefühl tut ja gut: nicht allein sein! Jemanden bei sich haben, wenn auch nur in Gedanken. „Jemanden an der Hand haben“, das tut gut und gibt Sicherheit.

Das gilt nun auch für die Lebenszeit, in der ich spüre, wie sie auch voranschreitet; in der ich spüre, dass sie auch einmal ein Ende haben wird. Ostern „steht vor der Tür“! -  Ostern erzählt vom Leben, vom Leben auch über die Todeslinie hinaus.

„Ich bin bei euch“ sagt der aus dem Tode auferstan-dene Jesus Christus, der durch den „dunklen Keller“ des Todes hindurchgegangen ist. Ihr werdet es erleben - „siehe“ sagt er- dass ihr Hoffnung und Zukunft habt, auch da in allem Dunkel.  Alle Tage, nicht nur  an den hellen, schönen und freudigen, nein, auch wenn die Tage und Zeiten, die ihr durchleben müsst, dunkel und furchterregend sind – alle Tage bin ich bei euch.           

Nicht allein sein, jemanden haben, der einem zuspricht: Du brauchst nicht bange werden, ich bin bei dir! Und dazu noch einen bei sich haben, der der Herr des Lebens ist – das tut gut, das macht Mut die nächsten Schritte nach vorn zu wagen und zu tun.

Das will ich mir von Ostern erzählen lassen: Ich bin bei dir alle Tage, auch über die Todeslinie hinaus. Und also nicht nur in deinen Lebenstagen bis dein Leben auf Erden zu Ende geht, nein, alle Tage bis die Welt einmal zu Ende geht.

Dann heißt es: „Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde“. (Offb.21) – Ohne Leid, Geschrei, Schmerz und Tod, ohne „dunkle Tage“, in völliger Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott des Lebens in aller wohltuenden Helligkeit des Lebens.  Wenn ich heute oder morgen in den   „dunklen, mich noch bange machenden Keller“ gehen muss, dann brauche ich nicht möglichst laut vor mich hinflöten, um das Gefühl zu bekommen, jemand sei mir helfend an meiner Seite. Nein, ich erinnere mich, dass der Herr des Lebens, zu dem ich gehöre, gesagt und fest versprochen hat:“Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“, und vertraue darauf, dass es auch mir gilt und mir alle Furcht und Bangigkeit nehmen kann.

Das will ich mir von Ostern erzählen lassen, dessen Licht des Lebens auch meine dunkelsten Tage hell machen wird, dass Lebensfreude mein Leben regiert in dem Vertrauen: ER IST DA!

So wünsche ich Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser ein gesegnetes Osterfest mit solcher mutmachenden Erfahrung von Lebensfreude.

Ihr / Euer Dieter Bergholz